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Nachruf zum Heimgang von

+ Br. Gottfried M. Lutz OSM

Ave + Maria

Gott, der Herr, hat seinen treuen Diener Mariens,
+ Bruder Gottfried Maria (Johann) Lutz OSM,
am Montag, 20. Februar 2012 im Alter von 86 Jahren in seine
Ewigkeit heimberufen.

Bruder mit Feierlicher Profess,
Sohn der Tiroler Servitenprovinz und
der Gemeinschaft von Gutenstein.

Br. Gottfried M. (Johann) Lutz OSM wurde am
07. November 1925 in Innervals / Tirol als 2. Kind der Petererbauern Josef & Kreszentia Lutz geboren und auf die Namen Johann Paul getauft.

Als Erstgeborener Sohn ist er mit 4 weiteren Geschwistern in seiner Familie aufgewachsen. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf und ging in Vals / Tirol in die Volksschule. Während des 2. Weltkrieges (1939-1945) wurde Br. Gottfried M. mehrmals für den Kriegsdienst vorgeladen. Jedoch wurde er immer ausgemustert, weil er von kleiner Statur war. Jedoch erhielt er in den letzten Wochen des 2. Weltkrieges einen Einberufungsbescheid. Sein Vater, Josef Lutz, war bereits mit Br. Gottfried M. auf den Weg nach St. Jodok/Tirol um von dort mit dem Zug weiter nach Innsbruck zu fahren und seinen Sohn zum Sammelpunkt zu bringen. Doch auf dem Fußweg nach St. Jodok kam ihnen eine Frau entgegen und sagte zu seinem Vater, dass er den Jungen nicht nach Innsbruck bringen solle. Stattdessen solle er auf einem Bauernhof helfen, wo kein Mann ist. So geschah es.
Br. Gottfried M. ging auf die Alm und der Krieg endete wenig später.

Schon immer hat Br. Gottfried M. ein großes Herz für die Mitmenschen gehabt. Beispielsweise hat er einer jungen Witwe mit Kind oft geholfen.
In den Nachkriegsjahren war Br. Gottfried M. gut 10 Jahre als Helfer bei der katholischen Jugend, welche unter dem Innsbrucker Bischof Rusch den Glauben und das Gebet zu den Jugendlichen weitergeben & wiederbeleben wollten.
Das Engagement in der katholischen Jugend sowie die stetige Suche nach dem Willen Gottes brachten ihn dazu, seinem innerlichen Ruf zu folgen. So trat Johann Lutz im Frühjahr 1962 im Alter von 36 Jahren in das Servitenkloster in Innsbruck ein. Er legte am 13. September 1964 seine Profess im Innsbrucker Servitenkloster ab und erhielt den Ordensnamen:
Br. Gottfried M. Lutz OSM.

Im Innsbrucker Servitenkloster arbeitete Br. Gottfried M. im Klostergarten, welche damals einen sehr guten Ruf hatte und durchaus mit einer Stadtgärtnerei vergleichbar war. Der Klostergarten der Serviten war eine Institution in Innsbruck. Br. Gottfried M. kümmerte sich aber auch um die Armen der Stadt, welche zum Essen kamen. Er gab ihnen nicht nur Essen, sondern sprach auch mit den Armen und kannte sie sehr gut. Er hat sich ihrer angenommen, Sachen für sie gesammelt und ihnen Würde gegeben. Br. Gottfried M. hatte im Innsbrucker Servitenkloster auch den Pflegedienst der kranken Mitbrüder inne, versah den Messnerdienst und ministrierte in den Hl. Messen.

Nach 26 Jahren im Innsbrucker Servitenkloster wurde
Br. Gottfried M. 1988 in unser Kloster auf den Mariahilfberg in Gutenstein / Niederösterreich versetzt. Gerade das Leben hier im Kloster auf dem Mariahilfberg war geprägt durch viel Arbeit. Br. Gottfried M. kümmerte sich, dass genügend Holz gehakt ist und diese Arbeit verrichtete er treu bis wenige Tage vor seinem Tode.

Er war im Kloster Mariahilfberg in Gutenstein rund um die Kloster- & Wallfahrtskirche, sowie um den Garten besorgt. Als Messner hatte Br. Gottfried M. ein waches Auge für die Kirche, ministrierte bei den Hl. Messen und begrüßte auch die vielen Wallfahrer, welche zum Gnadenbild unserer Heiligen Jungfrau Maria pilgerten oder zog mit den Sternsingern ins Klostertal und die Längapiesting, um Gelder für die Servitenmission zu sammeln.
Nicht nur die Menschen, welche regelmäßig unsere Kloster- und Wallfahrtskirche auf dem Mariahilfberg besuchten, hatten Br. Gottfried M. in ihr Herz geschlossen, sondern auch die vielen Wallfahrer, die ihn erleben durften.

Es waren das freundliche Lächeln, die guten Worte sowie das offene Ohr, was Br. Gottfried M. auszeichneten. Unvergesslich, wie er noch kurz vor seinem Tode die Kerzen am Hochaltar mit einer ruhigen und sicheren Hand anzündete, das Einsammeln des Kirchenopfers oder das Ministrieren während der Hl. Messe. Eine Frau, welche sich nie seinen Namen merkte, bezeichnete ihn mit: „Bruder Güte“. Die letzten Jahre waren jedoch auch geprägt von seiner Demenzkrankheit.

Als Lebensprinzip möchte ich einen Satz von Br. Gottfried M. zitieren, welchen er auch tagtäglich lebte: „Es muss alles erbetet werden“. Das Prinzip des Ordensmannes „ora et labora“ (bete und arbeite) lebte er täglich. Nach der Nachmittagsjause, gegen 16.00 Uhr, betet Br. Gottfried M. den Rosenkranz oder andere Gebete bis zur Vesper. In der Nacht ging er stundenlang im doch sehr kalten Klostergang auf und ab und betete.

Am Fest Mariä Lichtmess, 2. Februar 2012, feierten wir die Heilige Messe in unserer sehr kalten Kloster- und Wallfahrtskirche. Dabei hat sich Br. Gottfried M. stark verkühlt. Er lag einige Tage im Bett, war aber auf dem Weg der Genesung. Am 07. Februar 2012 erkältete sich Br. Gottfried M. erneut und es ging ihm zunehmend schlechter. Zur Körperpflege am Morgen und am Abend halfen dann Schwestern vom Hilfswerk.

Am Donnerstag, 16. Februar 2012 ging es
Br. Gottfried M. zusehends schlechter.
P. Alexander M.  informierte seine Nichte, mit welcher Br. Gottfried M. immer einen guten und stetigen Kontakt hatte. Sie kam sofort nach Gutenstein.
Br. Gottfried M. erkannte seine Nichte und freute sich. Seine Verfassung war bereits sehr schwach. Mit seiner Nichte, seinen Mitbrüdern im Kloster und der Köchin, betete er auch immer wieder.
Mehrmals sang er das bekannte Marienlied
„Segne Du Maria“.
Am Ende betete P. Alexander M. vor:
„Maria mit dem Kinde lieb“
und Br. Gottfried M. antwortete ganz leise:
„uns allen deinen Segen gib“.

Sein letztes Anliegen und letzte Worte waren:
„Vergesst mir das Beten nit (nicht)“!

Am Freitagnachmittag, 17. Februar 2012 verschlechterte sich der Zustand von Br. Gottfried M. zusehends.
Am Samstagvormittag, empfing Br. Gottfried M. letztmalig die Sterbesakramente. In den Hl. Messen am Sonntag wurden die Gläubigen um ihr besonderes Gebet für Br. Gottfried M. gebeten, der im Sterben lag.

Die Tränen der Menschen zeugten davon, wie sehr sie
Br. Gottfried M. schätzten und liebten, wie sehr ihnen dieser „kleine“ Servit ans Herz gewachsen war.

Am Montagmorgen, dem 20. Februar 2012, wurde
Br. Gottfried M. Lutz OSM
in Gottes ewigen Frieden heimberufen.

Die Seelenmesse fand am Samstag, 25. Februar 2012 in unserer Kloster- und Wallfahrtskirche Mariahilfberg statt. Anschließend geleiteten die Gläubigen den Sarg unseres Mitbruders als Prozessionszug die 3 km lange Mariahilfbergstraße zu Fuß zum Friedhof, wo
Br. Gottfried M. in der Servitengruft beigesetzt wurde.

Zwei bereitstehende Busse brachten die Trauergäste wieder auf den Mariahilfberg, wo alle zu einer Stärkung ins
Gasthaus Moser eingeladen waren.

Jetzt schon bekunden viele Menschen ihre Überzeugung, dass Br. Gottfried M. Lutz OSM bereits bei Gott, unserem himmlischen Vater, ist und bitten Br. Gottfried M. um seine Fürsprache bei Gott.

In den beiden Sonntagsmessen am Sonntag, 26. Februar 2012 griff P. Alexander nochmals die letzte Woche sowie das Leben, das Sterben und die Beisetzung von
Br. Gottfried M. auf.
Dabei wies P. Alexander M. Reimann OSM die Gläubigen darauf hin, dass sie bei jeglichen Gebetserhörungen alles aufschreiben und dokumentieren mögen, damit es bei einem möglichen Seligkeitsprozess verwendet werden kann.
Mit den Predigten der beiden Sonntagsmessen schlossen die Feierlichkeiten zur Beisetzung von
Br. Gottfried M. Lutz OSM.

In dankbarer Erinnerung!

P. Alexander M. Reimann OSM
Konventvikar Servitenkloster Mariahilfberg, Gutenstein /NÖ


 
 
 
 
 
 
 

Willkommen im Servitenkloster
auf dem Mariahilfberg in Gutenstein (NÖ)

 
 
 
 


Der Orden der Diener Mariens (Serviten) entstand als eine vom Evangelium und dem Beispiel der Apostel geprägte Lebensform. Er ist eine Gemeinschaft von Brüdern, die im Namen Jesu vereint sind. Im brüderlichen Miteinander bezeugen wir das Evangelium und dienen Gott und den Menschen nach dem Vorbild Mariens.
Maria ist für uns Serviten die Leitfigur in unserer Christusnachfolge. Ausgehend von ihrer Bereitschaft, ihrem „Ja“ (vgl. Lk 1,38), wollen auch wir Gottes Wort annehmen und für die Weisungen des Geistes aufmerksam sein. Diese dienende Haltung steht für unseren Servitenorden und spiegelt sich auch in unserer Ordensbezeichnung „OSM“ (Ordo Servorum Mariae = Orden der Diener Mariens) wieder.

 
 
 

Seit 1672 versehen wir Serviten unseren Dienst als Hüter der Gnadenstätte und Wallfahrtsseelsorger. Seit dieser Zeit sind wir ununterbrochen auf dem Mariahilfberg anzutreffen und haben ein besonderes Augenmerk auf unsere Kloster- und Wallfahrtskirche.


 
 
 

Die Gemeinschaft des Klosters stellt sich vor:

 
 
 
 
 

(von links nach rechts)
P. Klemens M. Feiertag OSM, Prior und Pfarrer                            
P. Philippe M. Van Dael OSM, Pfarrer in Eger, Ungarn
Br. Gottfried M. Lutz OSM
P. Alexander M. Reimann OSM, Konventvikar und Kaplan

Br. Johann Paul M. Müller OSM


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